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Uruguayisch-Deutsche Gesellschaft für Außenpolitik

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Konstituierung des Freundeskreises Uruguay-Thüringen im Thüringer Landtag für die Legislaturperiode 2024–2029

Am 20. Juni 2025 hat sich der Freundeskreis Uruguay-Thüringen für die achte Legislaturperiode des Thüringer Landtags zum wiederholten Mal konstituiert. Das Ziel besteht darin, den bilateralen Dialog zu stärken und die Zusammenarbeit bis zum Jahr 2029 weiterhin zu fördern.

Sowohl die »Europa-Union«, größter ehrenamtlicher pro-europäischer Bürgerverein Deutschlands, als auch der Deutsche Bundestag bilden Freundschaftsgruppen, die es sich zur Aufgabe machen, die bilateralen Beziehungen zu anderen Staaten auf parlamentarischer Ebene zu pflegen. So entstand auf Bundesebene bspw. die Parlamentariergruppe »Cono Sur Staaten«, die die Südkegelstaaten Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay umfasst.  Seit 2023 stellt der Freundeskreis Uruguay-Thüringen die deutschlandweit erste Initiative auf Länderebene für eine parlamentarische Kooperation mit Lateinamerika dar. 

In erster Linie geht es um den Informations- und Meinungsaustausch zwischen den Parlamenten, aber auch darum, Kontakte zu Regierungs- und Oppositionsmitgliedern sowie zu Vertretern der Zivilgesellschaft herzustellen und zu fördern. Sowohl die Förderung parlamentarisch-demokratischer Strukturen als auch die Stärkung der Menschenrechte und die parlamentarische Flankierung der Außenpolitik der Bundesregierung spielen eine besondere Rolle.

Thüringer Landtag
Thüringer Landtag. Quelle: Deutschlandfunk

Es handelt sich um fraktionsübergreifende Zusammenschlüsse und ist damit ein weiteres wichtiges Symbol gelebter Demokratie und bietet die Möglichkeit, über den Tellerrand hinaus zu schauen und ausgewogene und sachliche Debatten mit Andersdenkenden, Kritikern und Oppositionellen zu führen und einen neutralen Rahmen zur Konfliktlösung zu bieten und somit die Partnerschaften zu stärken.

In Thüringen wird das Gremium aus Repräsentanten aller im Landtag vertretenen Parteien: CDU, BSW, SPD, Die Linke und AfDgebildet, was den übergreifenden Konsens über die strategische Bedeutung dieser internationalen Verbindung widerspiegelt. Nach der erfolgreichen Ausübung des Amtes in der vergangenen Wahlperiode, wurde Henry Worm (CDU) erneut zum Vorsitzenden gewählt. Die Ernennung seines Stellvertreters Matthias Herzog des erstmals in den Landtag eingezogenen und mitregierenden BSW bestätigt eine pluralistische Führung und einen kooperativen Arbeitsansatz.

Konstituierung des Freundeskreises 2025. Fuente: Henry Worm
Konstituierung des Freundeskreises 2025. Fuente: Henry Worm

Der Freundeskreis verfolgt das Ziel, konkrete Initiativen in vorrangigen Bereichen wie der Energiewende, nachhaltigem Tourismus, wirtschaftlicher Entwicklung sowie auch Bildung voranzutreiben. Hervorzuhebende Themen sind hierbei:

  • Erneuerbare Energien: Erfahrungsaustausch über saubere Stromerzeugung, wobei Uruguay als Benchmark für die Deckung von rund 99 % seines Strombedarfs durch erneuerbare Energien dient und Thüringen sein Fachwissen in den Bereichen Speicherung und Netztechnik einbringt.
  • Nachhaltiger Tourismus: Entwicklung gemeinsamer regionaler Strategien, die das kulturelle Erbe Thüringens und die UNESCO-Routen mit dem verantwortungsvollen Ökotourismus Uruguays verbinden, sowie eine duale Ausbildung im Gastgewerbe und in der Gastronomie.
  • Bildung und Digitalisierung: Zusammenarbeit auf der Grundlage der Erfahrungen Uruguays mit digitaler Verbindung sowie des deutschen dualen Ausbildungssystems, das international auf zunehmendes Interesse stößt.

Henry Worm betonte, dass mit dem Freundeskreis eine Plattform für nachhaltigen Austausch mit einem spannenden Partner, wie Uruguay ihn darstellt, geschaffen wird. Matthias Herzog hebt die Möglichkeiten in der Kooperation hervor, gegenseitig voneinander lernen zu können, vor allem in Bereichen der ökologischen Landwirtschaft, der Digitalisierung oder auch der Berufsbildung und betont die Bereitschaft, konkrete Projekte vorantreiben zu wollen.

Die Mitgliedschaft einer/s jeden Abgeordneten spiegelt ein besonderes Interesse an den Beziehungen zu den jeweiligen Partnerstaaten wider. Henry Worm zeigte dies auch in seiner Funktion als Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister der thüringischen Stadt Neuhaus am Rennweg, die auf sein Wirken hin im Jahr 2022 eine Städtepartnerschaft mit Nueva Helvecia im uruguayischen Departamento Colonia geschlossen hat.

Parlamentarier und deutsche Unternehmer mit lokalen Vertretern bei der Bestätigung des Partnerschaftsabkommens zwischen Neuhaus und Nueva Helvecia, Uruguay, im März 2019. Henry Worm (3.v.l.). Quelle: helvecia.com.uy
Deutsche Parlamentarier und Unternehmer mit lokalen Vertretern bei der Bestätigung des Partnerschaftsabkommens zwischen Neuhaus und Nueva Helvecia, Uruguay, im März 2019. Henry Worm (3.v.l.). Quelle: helvecia.com.uy

Unsere Organisation sieht in diesem institutionellen Schritt einen relevanten Meilenstein für die Festigung der bilateralen Beziehungen. In einem kürzlich gehaltenen Austausch mit dem Abgeordneten Henry Worm haben wir einen direkten Kommunikationskanal aufbauen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit analysieren können.

Dieser erneute formale Schritt im Thüringer Landtag unterstreicht die Bedeutung, eine abgestimmte und strategische Arbeit zu fördern, die sowohl politische Institutionen als auch unternehmerische, akademische und zivilgesellschaftliche Akteure in beiden Ländern einbezieht.

Wir begrüßen insbesondere den überparteilichen Charakter dieser parlamentarischen Initiative, die eine Weiterführung und Konsens in der internationalen Zusammenarbeit von Thüringen und Uruguay gewährleistet.

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