Jedes Jahr im September lädt das Auswärtige Amt in Berlin alle Botschafterinnen und Botschafter Deutschlands zur »Konferenz der Leiterinnen und Leiter deutscher Auslandsvertretungen«. Es handelt sich hierbei weder um eine öffentliche Veranstaltung noch um ein Schlagzeilen hervorbringendes Gipfeltreffen, sondern um einen Raum für eine chirurgisch präzise Kalibrierung der Maschinerie der deutschen Diplomatie.
Mehr als 200 diplomatische Vertreter am selben Ort zu vereinen, zusätzlich zu weiteren hunderten strategischen Gästen, bedeutet mehr als eine administrative Geste. Es ist eine strukturierte Machtdemonstration: nur wenige Länder weltweit sind dazu in der Lage, das eigene globale Netzwerk auf derart systematische Art und Weise zu koordinieren und daraus konkrete Aktionen für die Außenpolitik abzuleiten.
Im September 2025 jährte sich das Ereignis zum 23. Mal und unter Führung des Bundeskanzlers Friedrich Merz richtete sich die Aufmerksamkeit unweigerlich auf drei Vektoren: die Neudefinierung der transatlantischen Beziehungen mit den USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump, des Russland-Ukraine-Krieges und den Umgang mit der systembedingten Rivalidad mit China.
Strategische Verortung Südamerikas
In einer Zeit, in der Berlin seine Prioritäten neu setzt, in der es deutliche Unterschiede im Umgang mit der Außenpolitik der Vorgängerregierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt, steht die südamerikanische Region weiterhin am Rande des Gesprächs.
Die Konferenz, auch Botschafterkonferenz (BoKo) genannt, ist in diesem Sinne auch ein deutliches Abbild der großen Defizite innerhalb der deutschen Außenpolitik. Die Rhetorik der gemeinsamen Werte oder Worte wie Multilateralismus, die manches Mal klingen wie magische Beschwörungen, reichen nicht aus, wenn sie sich nicht tatsächlich in der Tagesordnung niederschlagen.
BILAT in der Vermittlerrolle
Die südamerikanische Region muss verstehen, dass es diese Räume gibt, wie sie funktionieren und welche Ziele sie verfolgen, denn sie kann es sich nicht leisten, zu improvisieren, wenn sie in diesem globalen Gespräch eine Rolle spielen will. Organisationen wie BILAT bilden sich heraus, um gerade diese Lücke zu schließen: die Bewegungen von Macht und Ausrichtung in Berlin zu deuten, sie in die regionale Realität zu übersetzen und die bilateralen Beziehungen strategisch mitzugestalten.
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